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Abitur: Was nicht sein darf, kann nicht sein…

Musik-Abitur 2013 in München an einem städtischen Gymnasium. Einer der Abitur-Prüflinge fängt sofort an zu schreiben. Höchstverdächtig! – Keine Verzweiflung sichtbar, kein überlegen, wie die Fragen gemeint sind, welches Wissen, wie zusammengestellt nun dargestellt werden soll. Noch dazu ist der Schüler verdächtig schnell fertig. Bei der Korrektur fällt auf, dass seine Lösung verdächtig nahe an der Musterlösung ist! – Das KANN nicht mit rechten Dingen zugegangen sein!

Der Direktor wird verdächtigt, eine zu freundschaftliche Beziehung zu diesem Schüler unterhalten zu haben und ihm die Musterlösung vorab zugänglich gemacht zu haben! – Kann natürlich sein, ABER:

Mit welcher Einstellung wird hier vorgegangen?

Es kann nicht sein, dass ein Schüler in einer Abitur-Prüfung SOFORT beginnt, sein Wissen zu reproduzieren.

Es kann nicht sein, dass ein Schüler in einer Abitur-Prüfung sein Wissen so abgibt, dass es an die erforderliche Leistung herankommt?

Meine Frage: Wozu dient diese Musterlösung? – Sie enthält nach meinem Verständnis die Inhalte, die erwartet werden. Da darf ein Schüler nicht zu nahe kommen? – Das heißt, dass die Musterlösung gar nicht erreicht werden darf/kann?
Mit welcher Brille und Einstellung werden Schule, Bildung, Prüfungen, Schulabschlüsse, Abitur gesehen?

 

Natürlich ist es denkbar, dass der Schüler Einsicht in die Musterlösung hat haben können. – Doch selbst dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er – ohne ausreichende Fachkenntnisse – so schnell und punktgenau all das, was in einer Abitur-Prüfung erwartet wird, wiederzugeben. 😉 Und wenn doch, dann hat er für diese Leistung erst recht eine gute Abitur-Note verdient, denn dann hat er genau das erfüllt, was in unserer Schullandschaft erwartet wird: Vorgegebenes genau so zu reproduzieren!

 

Was wäre die Alternative zur Generalverdächtigung gewesen? 

Ich finde es bemerkenswert, wie genau die Beobachtungen waren, dass dieser Schüler sofort begonnen hat, die Abitur-Aufgaben zu lösen, ebenso, dass bemerkt wurde, wie nah sie an der Musterlösung sind. Es ist auch durchaus verständlich (im herkömmlichen Schul-Blick), dass das verdächtig ist! Doch statt unlauteren Wettbewerb zu unterstellen kann sich auch die Frage auftun, wie das möglich ist, dass der Schüler ein so umfassendes Wissen hat, eine schnelle Auffassungsgabe und eine Formulierungsfähigkeit, die wohl erfahrenen Fachleuten nahe kommt. Wie wäre es, wenn da neugierig nachgefragt worden wäre? Wenn die Skeptiker sich mit dem Schüler zusammen gesetzt hätten und erweiterte Fragen gestellt hätten? – Kein Verhör, sondern ein fachliches Gespräch? – Echte Fachleute hätten dann wohl schnell gemerkt, ob sein kann, was nicht sein durfte, oder ob tatsächlich Mogelei im Spiel war.

 

Ich wünsche mir eine Wertschätzung von persönlicher Leistung, eine offene und neugierige Gesprächsebene, ein Austausch von Wissen und eine Akzeptanz von Möglichkeiten.

Abitur-Affäre

Gegen den Direktor wurde Anklage erhoben: Verdacht auf Verletzung des Dienstgeheimnisses.  – In welcher Welt leben wir? Eine Welt, die solche Vorgehen erst herausfordert! Eine Welt, die wertet, verdächtigt, klein hält!

Ein tolles Vorbild für unsere Kinder!