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Bildung

Abitur: Was nicht sein darf, kann nicht sein…

Musik-Abitur 2013 in München an einem städtischen Gymnasium. Einer der Abitur-Prüflinge fängt sofort an zu schreiben. Höchstverdächtig! – Keine Verzweiflung sichtbar, kein überlegen, wie die Fragen gemeint sind, welches Wissen, wie zusammengestellt nun dargestellt werden soll. Noch dazu ist der Schüler verdächtig schnell fertig. Bei der Korrektur fällt auf, dass seine Lösung verdächtig nahe an der Musterlösung ist! – Das KANN nicht mit rechten Dingen zugegangen sein!

Der Direktor wird verdächtigt, eine zu freundschaftliche Beziehung zu diesem Schüler unterhalten zu haben und ihm die Musterlösung vorab zugänglich gemacht zu haben! – Kann natürlich sein, ABER:

Mit welcher Einstellung wird hier vorgegangen?

Es kann nicht sein, dass ein Schüler in einer Abitur-Prüfung SOFORT beginnt, sein Wissen zu reproduzieren.

Es kann nicht sein, dass ein Schüler in einer Abitur-Prüfung sein Wissen so abgibt, dass es an die erforderliche Leistung herankommt?

Meine Frage: Wozu dient diese Musterlösung? – Sie enthält nach meinem Verständnis die Inhalte, die erwartet werden. Da darf ein Schüler nicht zu nahe kommen? – Das heißt, dass die Musterlösung gar nicht erreicht werden darf/kann?
Mit welcher Brille und Einstellung werden Schule, Bildung, Prüfungen, Schulabschlüsse, Abitur gesehen?

 

Natürlich ist es denkbar, dass der Schüler Einsicht in die Musterlösung hat haben können. – Doch selbst dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er – ohne ausreichende Fachkenntnisse – so schnell und punktgenau all das, was in einer Abitur-Prüfung erwartet wird, wiederzugeben. 😉 Und wenn doch, dann hat er für diese Leistung erst recht eine gute Abitur-Note verdient, denn dann hat er genau das erfüllt, was in unserer Schullandschaft erwartet wird: Vorgegebenes genau so zu reproduzieren!

 

Was wäre die Alternative zur Generalverdächtigung gewesen? 

Ich finde es bemerkenswert, wie genau die Beobachtungen waren, dass dieser Schüler sofort begonnen hat, die Abitur-Aufgaben zu lösen, ebenso, dass bemerkt wurde, wie nah sie an der Musterlösung sind. Es ist auch durchaus verständlich (im herkömmlichen Schul-Blick), dass das verdächtig ist! Doch statt unlauteren Wettbewerb zu unterstellen kann sich auch die Frage auftun, wie das möglich ist, dass der Schüler ein so umfassendes Wissen hat, eine schnelle Auffassungsgabe und eine Formulierungsfähigkeit, die wohl erfahrenen Fachleuten nahe kommt. Wie wäre es, wenn da neugierig nachgefragt worden wäre? Wenn die Skeptiker sich mit dem Schüler zusammen gesetzt hätten und erweiterte Fragen gestellt hätten? – Kein Verhör, sondern ein fachliches Gespräch? – Echte Fachleute hätten dann wohl schnell gemerkt, ob sein kann, was nicht sein durfte, oder ob tatsächlich Mogelei im Spiel war.

 

Ich wünsche mir eine Wertschätzung von persönlicher Leistung, eine offene und neugierige Gesprächsebene, ein Austausch von Wissen und eine Akzeptanz von Möglichkeiten.

Abitur-Affäre

Gegen den Direktor wurde Anklage erhoben: Verdacht auf Verletzung des Dienstgeheimnisses.  – In welcher Welt leben wir? Eine Welt, die solche Vorgehen erst herausfordert! Eine Welt, die wertet, verdächtigt, klein hält!

Ein tolles Vorbild für unsere Kinder!

 

 

 

Schule macht Gesellschaft – welche Schulen brauchen wir?

 

Schulpolitische Diskussionen sind Dauerbrenner. Dabei scheinen die Fronten verhärtet und jeder versucht seine Ideen als die einzig Richtigen zu verteidigen. Aktuell geht es nicht nur in Bayern um eine neue Reform des Gymnasiums. Das überall überstürzte und aus finanziellen Gründen eingeführte ‚G8‘ gilt als gescheitert. Manche Bundesländer haben schon Konsequenzen gezogen. Bewegung bringen meist engagierte und besorgte Eltern in die Diskussionen und unterstützen Lehrer und anerkannte Forschungen um Kindern und Jugendlichen eine zeitgemäße Bildung und Schulzeit zu ermöglichen.

Auch die Initiative „Aktion gute Schule“ um Thomas Becker in München engagiert sich, Eltern zu gewinnen, sich für eine Bildungsreform zu engagieren. Auf der Seite des eingetragenen Vereins finden sich viele prominente Unterstützter mit ihren Statements zur aktuellen Bildungslage. Becker engagiert sich auf Grund eigener Erfahrungen. Der vierfache Vater war es leid, das Familienleben für die Schule zu opfern und seine Kinder nur noch lernend zu sehen, auf jeder Autofahrt irgendetwas zu büffeln und sogar im Urlaub die Schulbücher dabei zu haben. Der selbstständige Unternehmer ist es gewohnt, die Ärmel hochzukrempeln. Er hat Kontakt zu vielen Bildungspolitikern und Verantwortlichen, sowie Verbänden, die im selben Feld tätig sind. „Wir können nur gemeinsam etwas erreichen. Als Einzelner ist man verloren, wird nicht gehört. Und auch so hat man oft noch das Gefühl, dass nichts voran geht. Veränderung von Schule geht unheimlich langsam. Doch zum Glück sind auch immer mehr innovative Beispiele zu beobachten“ erklärt der Vorstand der ‚Aktion gute Schule‘.

Am Samstag, 06. September 2014 diskutiert Thomas Becker um 19:00 Uhr mit Fachleuten die Frage, welche Schulen unsere Gesellschaft braucht. Jonas Lanig von der ‚Aktion Humane Schule‘ moderiert den Abend.

 

Zu Gast sind:veranstaltung_stern

  • André Stern, Autor …und ich war nie in der Schule
  • Elfie Schloter, Leiterin Institut für Zusammenarbeit im Erziehungsbereich IFZE
  • Theresa Anne Panny, Funkenfliegerin und Schulsystemkritikerin die ihr Abitur verweigerte Artikel in der SZ
  • Simone Schild, stelv. Schulleiterin Anne Frank Realschule – Schulpreisträger 2014
  • Berthold Rüth, MdL, Mitglied Bildungspolitischer Ausschuss des bayerischen Landtags als Vertreter des Kultusministeriums

 

Karten sind im Vorverkauf für 5,00 Euro unter karten@guteschule.eu erhältlich, an der Abendkasse beträgt der Preis 6,00 Euro; Schüler und Studenten sind frei.

LiLaLu-Festzelt im Olympiapark Süd (Zugang über Ackermannstraße / Spiridon-Luis-Ring)

 

Mitveranstalter sind:

nlpaed eV., LiLaLu, Referat für Bildung und Sport München, Eine Schule für alle in Bayern e.V., Netzwerk Inklusion Bayern

 

Infos zu Veranstaltung: Aktion gute Schule – Vorhaben

Wie sieht sie aus, die gute Schule?

 

Das fragte Reinhard Kahl am 07.07.2014 in München in der Spielhalle.Die gute Schule

Zu Gast sind der Vorsitzende der Jury des deutschen Schulpreises Prof. Michael Schratz, Schulpreisträger Anne-Frank-Realschule München und die SchlaU-Schule München, die den Jury-Preis bekommen hat.

Der deutsche Schulpreis wird seit 2006 von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung an besondere Schulen in Deutschland vergeben. Der deutsche Schulpreis ist sozusagen das Gegengewicht zur Pisa-Studie. Pisa zeigt uns seit über 10 Jahren auf, was immer noch nicht funktioniert und wo die Probleme der Schulen liegen. Sie ist lernorientiert und vergleicht messbare Daten. Der deutsche Schulpreis betrachtet die WIE-Beschaffenheit von Schulen; davon werde die Jury regelmäßig überrascht, so Schratz. Dort werden Visionen gelebt, von denen man eigentlich nicht glaubt, dass sie in Deutschland umsetzbar wären.

 

Anne-Frank-Schule MünchenEva-Maria Espermüller-Jug, Schulleiterin der Anne-Frank-Schule in München, die diesjährigen Schulpreisgewinnerin erklärt, dass der Weg zum Schulpreis 2014 ein langer Prozess war. Die Setzung des Schwerpunktes auf Wissenschaft und Technik, sowie die Einführung des gebundenen, rhythmisierten Ganztag haben sich über Jahre entwickelt. Dabei haben sie sich viele gute Schulen und auch die sogenannten „Leuchtturmschulen“ angesehen und sich von diesen Schulen für ihre eigenen Konzepte inspirieren lassen. Denn ein Erfolgsmodell kann man nicht einfach 1 zu 1 übertragen, es muss an die eigenen Gegebenheiten angepasst werden. Wichtig dabei ist auch, dass das Kollegium als Team gemeinsam am Prozess beteiligt sein muss. Die LehrerInnen der Anne-Frank-Schule sehen sich auch nicht mehr als Lehrer, sondern als LernBegleiter, LernCoaches.

 

Die Schülerinnen dort lernen auch in Lernbüros. Diese Arbeit soll nun, weil sie vom Kollegium als so erfolgreich gesehen wird auf immer mehr Fächer ausgeweitet werden. Das selbstständige Lernen fördere die Schülerinnen mehr als Frontalunterricht. Dass dies bisher noch nicht in zeitlich größerem Umfang möglich war, läge auch daran, dass sie eine bayerische Schule wären, die sich an die Stundentafel halten müsse, merkte Espermüller-Jug an. Hausaufgaben z.B. gibt es an dieser Schule nicht, denn alles wird in der Schule trainiert. Die Schule ist für das verantwortlich, was die Schülerinnen lernen und können. Auch wurde der Lehrplan kritisch auf die Frage hin, was für das Leben der Schülerinnen wirklich wichtig ist, überprüft.

 

Auch Theater spielt an dieser Schule eine große Rolle: Als tusch-Schule kooperieren sie mit dem Gärtnerplatztheater. Die Schülerinnen gaben eine kurze Kostprobe ihres selbstgeschriebenen Stückes, das kurz vor der Premiere steht.

die gute Schule2014-07-07 19.48.51 (Kopie)

 

Schratz merkt an, dass Lehrer und Lehrverantwortliche eine Kompetenzlosigkeitskompetenz bräuchten, um sich überraschen zu lassen, was alles möglich ist und was SchülerInnen alles in sich tragen.

 

Die Münchner SchlaU-Schule bekam dieses Jahr den Sonderpreis der Jury. SchlaU-Schule München

Sie bezeichnet besonders die Bedürfnisorientierung aus, erzählt Schulleiterin Antonia Veramendi. Hier kämen viele junge Menschen aus aller Welt mit traumatischen Erlebnissen und vielen Hoffnungen, sowie großen Potenzialen zusammen. Immer wieder muss die Schule sich neu auf die Bedürfnisse einstellen und ausrichten. Hier ist es zunächst wichtig, dass die SchülerInnen sich wohl und sicher fühlten, um überhaupt lernen zu können. „Lernen ist die Aufgabe der SchülerInnen, das machen sie von alleine, wenn der Rahmen stimmt und den muss die Schule bieten.“ so Veramendi. Zu diesem Rahmen gehören eine sichere und entspannte, angstfreie und unterstützende Atmosphäre. In der SchlaU-Schule wird zuerst darauf geachtet, dass es den SchülerInnen gut geht.

 

In eines der vielen Projekte an der SchlaU-Schule, „Create your voice“ bekamen die Besucher einen Einblick: drei SchülerInnen trugen einen selbstgeschriebenen Text vor. Aufführung ist in den Kammerspielen am 16. und 17. Juli 2014.

2014-07-07 20.23.59 (Kopie)

 

 

 

 

 

 

 

Ein kurzweiliger Abend, der wieder einmal zeigt, was alles möglich ist, wenn Erwachsene etwas wollen und das dann umsetzen. Kahl: „Arbeiten am System heißt an den Fesseln des Systems zu rütteln.“ Das war die Essenz des Abends. Veränderung der Bildungslandschaft kommt nicht durch die Politik, sondern nur durch das Engagement der Lehrer, so Schratz. So entstehen Schulen, in denen Schüler so lernen, dass sie gleichzeitig Erfolg haben und ihre Persönlichkeit entwickelt wird!

Die gute Schule

 

Reinhard Kahl erwähnt noch eine Mc Kinsey-Studie, die aufzeigt, dass eine Investition in die frühkindliche und vorschulische Bildung und Betreuung eine betriebs- und volkswirtschaftliche Rendite von 12% zur Folge hat. Hier folgt die Frage, warum der Staat das Geld nicht so gewinnbringend investiert?

 

Michael Schratz stellt zum Schluss noch in den Raum, dass wir alle glaubten zu wissen, was wie vermittelt werden sollte…

 

Wie schade, dass der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle an einem solchen Abend nicht anwesend war. Immerhin haben zwei bayerische, Münchner Schulen den Schulpreis 2014 bekommen. Also eine Auszeichnung als BESTE deutsche Schule! – Warum wundert mich die Abwesenheit nicht?

Die Träume unserer Kinder


Der Film PART TIME KINGS und am Sonntag bin ich König zeigt, wie sich Kinder und Jugendliche die Zukunft der Welt von Morgen wünschen .

 

PART TIME KINGS – und am Sonntag bin ich König

 

Der Dokumentarfilm zwischen Experiment und Vision

Wie kann unsere Zukunft aussehen?

D i e   T r ä u m e   u n s e r e r   K i n d e r

Filmvorführung   PART TIME KINGS – und am Sonntag bin ich König

Anschließend : Diskussion mit der Regisseurin Elke von Linde und Elfie Schloter ( IFZE) darüber, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen.

Im Rahmen des FILMFEST MÜNCHEN am Samstag, 5.Juli 2014, 10:00 im Rio Filmpalast, Rosenheimerplatz / München

Veranstalter : Interfilm – Akademie München / Antwerpen in Kooperation mit IFZE (Institut für Zusammenarbeit im Erziehungsbereich, Berg) und den Landesmediendiensten Bayern (LMD)

 

Gesamtleitung: Pfarrer Eckart Bruchner, München

 

Eintritt: 5,00 €

 

Der Film PART TIME KINGS – und am Sonntag bin ich König zeigt, wie sich Kinder und Jugendliche die Zukunft der Welt von Morgen wünschen .

Der Film verdeutlicht, wie wichtig es ist, eigene Lebensvorstellungen ernst zu nehmen und auch andere Menschen mit einzubeziehen.

Der Kontakt mit den Träumen von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und unterschiedlichen sozialen Schichten fördert das Verständnis für einander und regt an zu einem respektvollen Miteinander statt Gegeneinander zusammenzufinden.

Durch die Begegnung mit fremden Lebenswelten wird so interkulturelles Lernen auf spannende Art ermöglicht.

Die Träume unserer Kinder

Die Regisseurin Elke von Linde nimmt uns in ihrer Dokumentation mit auf eine zweijährige Reise um die Welt, in der sie Kinder und Jugendliche in verschiedenen Projekten befragt, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

Der Glaube der Jugendlichen an ihre Visionen für die Welt von Morgen und ihre Entschlossenheit sich dafür einzusetzen, berührt und macht Mut.

Die Welt von Morgen, wie sie sein könnte, wird in PART TIME KINGS greifbar nah.

 

Statements

Die Münchner Filmemacherin Elke von Linde hat einen Film gedreht, der Mut macht – ganz im Sinne Jane Goodalls, die nie müde wird zu betonen, dass es vor allem die jungen Leute sind, die ihr am meisten Hoffnung für die Zukunft geben.( Lorenz Knauer, Regisseur JANE’S JOURNEY)

 

Der Film PART TIME KINGS strahlt eine eindringliche Botschaft an uns aus : wenn wir Kindern dabei helfen, ihre emotionale Einfühlung zu entwickeln, kann künftig – trotz der Verschiedenheit der Menschen – die Beachtung der Rechte jedes Einzelnen mehr und mehr gelingen. ( Elfie Schloter, Leiterin des IFZE (ifze.de) . Für ihre innovative Arbeit erhielt sie 2014 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland)

PART TIME KINGS hat mich wie kein anderer Film im Blick auf die Zukunft berührt, da Elke von Linde die jungen Menschen verschiedener Kulturen wirklich ernst nimmt.

 

PART TIME KINGS muss ins Interfilm-Seminar 2014 beim FILMFEST MÜNCHEN!

(Pfarrer Eckart Bruchner, Direktor der Interfilm-Akademie München/Antwerpen)

 

 

Und nach dem Abitur?

 

Das Volksbegehren der Freien Wähler zum G9 steht bevor, die SPD bekennt sich zum G9 und Seehofer liebäugelt angeblich wieder mit dem G8. Das Kultusministerium rechnet noch am Durchschnitt, manche Schulen geben ihren Schnitt preis, andere nicht. Viele schaffen das Abitur mit sehr guten Noten, andere mittelmäßig, wieder andere gerade so und viele auch nicht. Die Schere geht scheinbar weit auseinander.

 

Doch was ich immer wieder höre und heute auch in der SZ gelesen habe ist, dass viele AbiturientInnen gar nicht wissen, was sie nach ihrem Abitur machen sollen. Sie haben sich so aufs Lernen konzentriert, dass ihnen keine Zeit zur Orientierung blieb. Viele wissen auch weder um ihre Stärken, noch um das, was ihnen wirklich wichtig ist im späteren Berufsleben!

Auszeit nach dem Abitur

Nach dem Abitur-Stress brauchen sie oft erst einmal Ruhe, ein ganzes Jahr Auszeit um durchzuschnaufen, weil sie keine Lust auf die gleiche Mühle haben. Sie wollen sich orientieren, ausprobieren, Erfahrungen sammeln oder etwas ‚Sinnvolles‘ machen.

 

 

Studieren könne man auch noch später, wissen nicht, ob sie überhaupt studieren wollen, oder wissen ganz sicher, dass sie lieber ein Handwerk lernen, wo man etwas für die erbrachte Leistung bekommt, im Gegensatz zur Schule!

 

17-jährige AbsolventInnen fühlen sich auch oft noch zu jung zum Studieren. – Und nun frag ich mich ernsthaft, wo der Vorteil des eingesparten Jahres ist! Erfahrungen könnten auch während der Schulzeit gesammelt werden und etwas ‚Sinnvolles‘ könnte man während dieser Zeit auch machen. Die Zauberwörter heißen ‚individualisiertes Lernen‘ (nach eigenem Tempo!), Herausforderung und Verantwortung.

 

Wie gehen wir mit der Zeit und der Zukunft unserer Jugendlichen um?

 

Es gibt schon so viele tolle Beispiele Schule und Lernen anders zu gestalten. Und JEDE/R kann mitwirken. Entweder direkt im Kontak mit SchülerInnen, oder bei der Unterstützung innovativer Einrichtungen oder durch eigenes Engagement in Initiativen, die bildungspolitisch aktiv sind. Zum Beispiel:

„Radikale Schulkritik“

eines Schülers, der sich Gedanken macht um was es in der ganzen Schul(reform)-Diskussion überhaupt gehen sollte… 11 Beobachtungen über die er sich u.a. Gedanken macht und einfach mal in Frage stellt. – Mehr davon!

Zum Artikel – 06.06.2014

 

Gymnasium 3.0 – Die nächste Sichtweise

 

Die Diskussion um eine weitere Reform im bayerischen Gymnasium und das Scheitern des G8, sowie die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 halte ich für sehr wichtig, doch mir gefallen die Inhalte nicht wirklich! Mir bleibt die Diskussion zu sehr im Alten hängen.

2014-06-04 19.16.07 (Kopie)

Das Gymnasium in 9 Jahren war ein Gebilde, das viele Jahrzehnte mit kleinen Renovierungen und technischen Erneuerungen stabil war. Dann kam ein Sparfuchs im Investormantel und stülpte dem alten Gebäude ein neues Design mit frischen Farbanstrich über. Die Qualtiät der Innovationen war sehr mangelhaft, deshalb musste am neuen Design immer wieder nachgebessert und stabilisiert werden, bis allen Bewohnern und Besuchern auffiel, dass das auf Dauer keinen Sinn hat. Die neue Idee ist nun eine Generalsanierung des alten Gemäuers „Gymnasium“ durchzuführen. Scheinbar steht das Gymnasium als solches unter „Denkmalschutz“!

 

Bei realen Gebäuden würde das Sinn machen, sofern tatsächlich der Denkmalschutz greift. Ich mag Altes, Herrschaftliches und Traditionales persönlich sehr und bin ein Verfechter der Bewahrung des guten Alten. Man kann auch alte Gebäude im Erscheinungsbild komplett neu, mit innovativen Materialien, sinnvollen Installationen und den Vorzügen der modernen Zeit wieder aufbauen.

 

Wie wäre es, das bayerische Gymnasium neu zu denken? Gutes Altes behalten (wobei mir momentan nicht wirklich etwas einfällt) und Innovatives, Schülerzentriertes, sowie Zukunftsorientiertes einzubinden. Es gibt schon viele gute, auch erprobte Elemente auf dem Markt, die eine sehr gute, neue Architektur mit viel Praktikabilität beinhalten. Noch dazu ermöglichen sie eine große Flexibilität, die „Architektur“ auf individuelle Standortbedürfnisse anzupassen.

 

Ein paar Beispiele für das Gymnasium 3.0:

  • Lernlandschaften, -Inseln oder -Büros
  • Altersmischung
  • Herausforderungen
  • Projektarbeiten
  • Portfolios
  • Wortgutachten statt Ziffernnoten
  • Individuelle Leistungsnachweise

 

 

Diese neuen Formen ermöglichen:

  • Jahrgangsmischung
  • Selbstständigkeit, Selbsttätigkeit und Selbstwirksamkeit
  • Kompetzenzförderung
  • Individialisierung: Fortschritte und Lerntempi (also G8 oder G9!!!)
  • höhere Motivation und Wahlmöglichkeiten
  • Teamarbeit
  • Präsentationssicherheit
  • Inklusion
  • Skills, die das Arbeitsleben fordert
  • Förderung der Meinungsbildung und Kritikfähigkeit
  • Sichtbarmachung des Lernens
  • Ermöglichung der Partizipation – (Mit)Verantwortung in der Gesellschaft

 

Die große Frage bei der ganzen Reformerei ist: Brauchen wir in Zukunft wirtschaftliches Humankapital oder für die Politik den funktionierenden Untertan, oder brauchen wir mündige Bürger für eine Demokratie? – Dementsprechend werden wir Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium oder Gemeinschaftsschule gestalten!

 

Wir sollten die Diskussion aufrecht erhalten! Unterschreiben beim Volksbegehren der freien Wähler zur Wahlfreiheit G8 oder G9 – Am Ball bleiben!

„Weiterentwicklung des Gymnasiums in Bayern“ – zum  parlamentarischen Kongress der Freien Wähler  im Rahmen des Volksbegehrens „Wahlfreiheit zwischen G8 und G9“

„Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.“ – Manfred Grau

 

Schön, dass wir uns getroffen und geredet haben…

Hmmm… was nehme ich jetzt von dieser Veranstaltung mit? Ein noch größeres Fragezeichen auf die Frage, woher es kommt, dass sich alle an Struktur und Inhalten oder manche noch an neuen Methoden (digitalisierte Lehrbücher) aufhalten, statt mal zu überlegen, WIE Unterricht / Schule sich verändern muss um zeitgemäß zu sein und die Bedürfnisse unserer Gesellschaft zu erfüllen. – Oder muss Schule das gar nicht? Bedürfnisse erfüllen? – Sie sollte doch auf das Leben vorbereiten, oder?

 

Versuche ich mich mal an einer Reihenfolge…

Nach der Begrüßung von Florian Streibl skizziert Günther Felbinger kurz die überstürtzte Einführung des G8 2003, stellt die Frage, welches Menschenbild hinter dem Konzept des G8 steht und verspricht einen Abend ohne „Schaufensterdialoge“. Die Motivation die Gymnasialzeit zu verkürzen war keine pädagogische, sondern eine ökonomische! Deutsche Jugendliche sollten schneller an den Unis landen und die Lebensarbeitszeit sollte zur Entlastung der Sozialkassen verlängert werden. Ministerpräsident Steuber wollte auch einfach schnell anderen Bundesländern zuvor kommen, daher wurde es in einer Nacht- und Nebelaktion umgesetzt. Sogar 10 Jahre danach, nach unzähligen Reförmchen und Nachbesserungen ist es nicht akzeptiert und so gar kein „Erfolgsmodell“, wie das Kultusministerium uns immer wieder glauben machen möchte!

 

Für die freien Wähler soll die Pädagogik im Mittelpunkt stehen, statt der Ökonomie. – Meiner Ansicht nach, hat das aber so gar nichts mit 8 oder 9 Jahren zu tun. Doch hofft Michael Piazolo, dass das Volksbegehren eine generelle Diskussion anstößt. Daher ist es sehr offen formuliert und die Politik sollte sich nicht anmaßen die Inhalte festzulegen.

 

Drei Impulsreferate sollten Fragen für die anschließende Diskussion liefern. Zunächst sprach Leonie Zoch, die als „Zeitzeugin“ den ersten G8-Jahrgang durchlaufen hat und ihre Erlebnisse in einem Buch festgehalten hat. (Weniger ist mehr) Sie skizziert kurz die Vorteile beider Systeme und erläutert dann die Wünsche aus Schülersicht. Sie berichtet, dass das eingesparte Jahr des G8 zum großen Teil wieder verloren ging, da sich viele Schüler nach dem Abitur erst einmal orientieren müssen, eine Pause brauchen, oder aus mangelnder Orientierung erst mal beginnen, das „Falsche“ zu studieren und dann noch einmal von vorne anfangen. Die Leistungskurse aus dem G9 wünscht sie sich auch weiterhin. Hier könne nach Neigungen gewählt werden, sie böten eine Orientierung und auch ein tieferes Eindringen in Themen statt der Oberflächlichkeit im G8. Weiterhin fordert sie, dass die Lehrpläne noch einmal gründlich überarbeitet werden, diese sollen fordern, nicht überfordern; fächerübergreifendes Lernen um den Alltagsbezug zwischen Schule und Außenwelt herzustellen, sowie eine Entlastung der Schüler, die wieder Zeit für Hobbys haben sollen, in denen sie sich entfalten und Sozialkompetenzen entwickeln können. Eine Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Eltern hält sie auch für Schüler förderlich und ein interessant gestalteter Unterricht fehlte ihr oft auch. Nicht zuletzt sollen die aktuellen Veränderungen mit gut durchdacht und mit genügend Zeit umgesetzt werden, um ein wiederholtes Chaos zu vermeiden.

 

Das zweite Impulsreferat kam von Dr. Wolfram Winger, dem Schulleiter eines baden-württembergischen Gymnasiums, das Eltern die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 bietet. Nach seiner Erfahrung wählt die Mehrheit der Eltern jedoch G9, so dass er nur dies anbieten musste. Doch auch eine Zweigleisigkeit ist möglich, vor der viele bayerischen Lehrer große Angst haben. In Baden-Württemberg haben auch die anderen Parteien den Mehrwert von G9 und den Elternwillen erkannt und empfehlen ebenso die Wahlmöglichkeit.

 

Prof. Dr. Hans Peter Klein von der Goethe Universität Frankfurt kürzte sein sonst 45-minütiges Referat stark ein und vermittelte auf die Schnelle sehr viele Informationen. Begonnen bei der hochgelobten Kompetenzsorientierung auf Kosten des Wissens, durch die Schüler erkennen müssen, dass sie nur die Aufgabenstellung für eine richtige Antwort abschreiben müssen. Viele Unis schalten dem Studium inzwischen Grundlagenkurse vor, da immer mehr studierunfähige Abiturienten in die Universitäten drängen. Klein bemängelt außerdem, dass von der Politik Studien herangezogen werden, deren Messinstrumente nicht überprüft würden. Aktuell konnte er die Aussage aus Hamburg widerlegen, dass das Turbo-Gymnasium bessere Abiturienten hervorbrächte. In dieser Studie wurde keineswegs die Abiturleistung überprüft! Um andere Kritikpunkte zu untermauern, zitierte er auch die Hattie-Studie.

 

Im Anschluss an diese vielen Informationen, die natürlich den vorgegebenen Zeitrahmen sprengten, bekam das Publikum die Möglichkeit Fragen an die Referenten und Politiker zu stellen. Themen waren hier Klassenstärken, Lehrplanreduzierung und die Frage, ob ausreichende Bildung in 8 oder 9 Jahren vermittelt werden könne. Ebenso bemängelten viele Lehrer und auch Eltern, dass die Heterogenität zu groß sei, da möglichst viele Kinder nach der 4. Klasse unbedingt aufs Gymnasium gehen sollen und durch dieses auch oft „durchgeprügelt“ werden. Diese Tatsache schade der allgemeinen Hochschulreife und mache das Gymnasium zur Hauptschule der Zukunft. Eine Frage wurde zu den Methoden und neuen Medien gestellt, die unabhängig von der Zeit- und Inhaltsdiskussion beachtet werden sollten. Darauf antwortete Michael Piazolo kurz und knapp, dass das Volksbegehren eine generelle Diskussion zum Gymnasium in Bayern in allen Bereichen anstoßen wolle. Auch diese Themen müssten dann grundlegend diskutiert werden, nicht nur die Dauer.

 

H.P. Klein bemerkte zum Ende, dass Deutschland jede Empfehlung, sei es von der ODEC oder im Zusammenhang mit der Bologna-Reform, übereifrig durchsetzen würde. So eng wäre keine Empfehlung, wie sie dann hier ausgeführt wird.

 

Generell war eine Stimmung der Unsicherheit und Angst vor neuen Veränderungen, die wieder auf dem Rücken der Schulen ausgetragen werden aus dem Publikum spürbar. Aufbruch und wirkliche Neugier auf eine generelle Reform der Bildung konnte nicht vernommen werden. Dabei wäre es wirklich an der Zeit, grundlegend etwas zu verändern. Die letzten 10 Jahre haben doch gezeigt, dass eine Aneinanderreihung von Reförmchen und Umbenennungen keine Probleme lösen, sondern immer wieder noch neue aufwerfen! Wann trauen wir uns, wirklich tief in finanzielle und strukturelle Taschen zu greifen, um innovative, der Gesellschaftsstruktur angepasste Veränderungen umzusetzen. Wissen dazu ist genügend da, ebenso wie Studien dazu. Die Hirn- und Lernforschung ist heute soweit, dass sie fundierte Ergebnisse liefern kann!

 

Wo also sind die Bremsen blockiert, die all das verhindern? Wohl auf der menschlichen Ebene… Eine grundlegende Reform würde bedeuten, dass bisherige Methoden in Frage gestellt werden müssten. Alte Zöpfe abgeschnitten und neue Wege gewagt werden müssten…

 

Doch bei allem „müssen“ stehen unendliche Möglichkeiten offen. Wäre es nicht spannend neue Wege zu gehen? Wohin hätte sich die Menschheit entwickelt, wenn nicht mutige Gruppen sich in das Abenteuer gewagt hätten?

 

Unterstützen wir das Volksbegehren, damit sich etwas bewegen kann…

 

 

Gymnasium in Bayern – G8 – allgemein kein Erfolgskonzept…

 

Die Weltpolitik rückt von G8 zu G7, Bildungskritiker fordern im Gymnasium von G8 „zurück“ zum neuen G9 zu

gehen. G∞ ist also irgendwie doch nicht unendlich…

 

Das zulässige Volksbegehren der Freien Wähler setzt die bayerische Bildungspolitik nun auch unter Druck, die seit Jahren geäußerte Kritik zum verkürzten Gymnasium mit seinen vielen Kosmetikmaßnahmen zu reagieren. Das Kultusministerium hält sich zurück – Strategie um später die Schelte abwehren zu können? Die Philologen legen einen Entwurf vor, Seehofer nimmt es nun letztendlich in die Hand. Noch lässt er den Ausgang völlig offen, falls konservative Kräfte in seinen Reihen sich ihm doch widersetzen, aber klar stellt er, dass er dann „klare Vorgaben“ machen wird, um den Schulen die Verantwortung abzunehmen.

 

Grundsätzlich positiv finde ich erst mal, dass sich nun Menschen mit dem Konzept auseinander setzen, die wohl tatsächlich aus der Praxis kommen, also wissen, wie das Leben im Gymnasium aussieht. Ein Konzept aus der Praxis, statt vom fernen Schreibtisch für die Praxis. Doch der Haken an dieser Sachlage ist, dass diese Praktiker evtl. betriebsblind sind – nur das Gymnasium sehen, das es in ihrer Welt gibt, also Impulse von außen keinen Einfluss haben und somit wieder „nur“ Altes neu aufbereitet angeboten wird.

Es soll ein neues G9 geben – die von den Freien Wählern geforderte Zweigleisigkeit von G8 und G9 wird von den Philologen abgelehnt. Trotzdem soll es die Möglichkeit für manche Schüler geben, das Abitur doch nach 8 Jahren zu absolvieren. Sie dürfen dann die 10. Klasse überspringen.

 

Und hier setzt mein Hauptkritikpunkt an! Homogenität gibt es nicht und Gleichschritt gehört zum Militär! Bis zur 9. Klasse sollen also alle Schüler im Gymnasium wieder im Gleichschritt durch die Jahre und den vorgeschriebenen Stoff marschieren. Nehmen wir mal das Beispiel von „Max“ (Figur erfunden): Max denkt schnell, fasst rasch auf und kann Zusammenhänge herstellen. In der Grundschule zählte er zu den schnellen und sehr guten Schülern, was sozial auch nicht auffällig, der Weg zum Gymnasium war ohne Elterliche Anstrengung möglich. Auch in der Unterstufe des Gymnasiums kommt er leicht mit und merkt immer mehr, dass er schneller versteht als seine Mitschüler und fühlt sich immer öfter durch deren Fragen und Wiederholungen ausgebremst. Seine Fragen werden nicht beantwortet, weil es das Mittelfeld der Klasse überfordern würde. Nun ist Max aber so „flexibel“ und handhabbar, dass er sich anpasst und zu Hause seinen Wissenshunger stillt. Er läuft im Gleichschritt der Gauß’schen Verteilung mit und drosselt sein Tempo, ohne auffällig zu werden. Max hält es bis zur 9. Klasse aus, dann darf er die 10. Klasse überspringen. Das Konzept hält extra Unterstützung für ihn bereit, damit er diesen Sprung gut schaffen kann see this. Max macht mit Leichtigkeit ein sehr gutes Abitur und verlässt das Gymnasium nach 12 Jahren statt nach 13. Das ist wohl das „gemeine Musterkind“ des Philologenverbandes.

 

Was aber passiert mit einem Max, der den Gleichschritt nicht mitgeht? Der aufmüpfig auf sein Tempo beharrt, bzw. gelangweilt aus der Reihe tanzt und mit allerlei originellem Verhalten auf sich und seine Bedürfnisse aufmerksam macht? Dieser Max wird es wohl nicht bis zur 9. Klasse im Gymnasium aushalten, um endlich überspringen zu können. Er wird schon vorher als nicht gymnasialtauglich aussortiert! – Können wir uns so etwas zu Gunsten der erzwungenen Homogenität leisten?

 

Aus welchem Grund wird am Gleichschritt festgehalten?

  • Was hält Lehrer / Schulen davon ab, individualisiert und altersübergreifend zu denken und zu arbeiten?
  • Aus welchem Grund bleiben offensive und funktionierende Konzepte wie z.B. das des Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasiums (http://www.gymnasiumoettingen.de) trotz höchster Besuche und Lobeshymnen „einzigartig“?
  • Was lässt Lehrer, die unzufrieden sind und innovative Ideen und Ansätze haben, Einzelkämpfer bleiben und was lässt sie „stillhalten“?
  • Was macht die ganze Schulentwicklung so träge?
  • Aus welchem Grund bleiben Eltern weitgehend still und ertragen das Leid ihrer Kinder – nur weil es eben so ist?

 

Ich verstehe einfach nicht,

… was den Glauben an altershomogene Klassen und pauschal-begießen der gesamten Klasse mit vorgekautem Wissen so hoch hält.

… was an Ziffernnoten so viel besser sein soll, als an differenzierter Rückmeldung.

… wozu absolute Vergleichbarkeit so wichtig ist! – Kinder sind doch keine maschinell gefertigten Produkte!

… warum die moderne Bildungs- und Gehirnforschung nicht beachtet wird.

… wie Kindheit und Jugend in unserer heutigen Gesellschaft so homogenisiert werden muss!

… was es so schwer macht, alte Zöpfe abzuschneiden.

… was daran hindert, die Idee von Schule neu zu denken und den Bedürfnissen unserer Zeit anzupassen.

… warum Schüler in die Kategorien „Mittelschule“, „Realschule“, „Gymnasium“, „Förderschule“ eingeteilt werden müssen!

 

Was ich mir wünsche?

… entdeckendes Lernen an Hand von altersrelevanten Fragen aus dem Leben und Erleben der Kinder und Jugendlichen.

… lernen mit Fragestellungen statt vorgekautes Wissen hinunterzuwürgen um es dann auf dem Altar der Noten- und Vergleichbarkeitsheiligen darzulegen.

… Erwachsene, die Kinder und Jugendliche in das Leben und Wissen hinein begleiten und ihre „Vollkommenheit“ in Frage stellen können.

… Schüler zu eigenständigem Denken ermutigen und es von ihnen einfordern.

… dass Erwachsene Verantwortung leben um Kindern ein Vorbild zu sein.

… dass in Schulen Interessensgruppen an Themen arbeiten können, egal welcher „Klassenstufe“ sie angehören, und dieses Wissen dann anderen Schülern und Erwachsenen präsentieren.

… dass Schüler Verantwortung übernehmen dürfen.

… dass unsere Gesellschaft den Mut aufbringt hier endlich etwas zu verändern, was längst überfällig ist und unsere gesellschaftliche Entwicklung garantiert!

… EINE Schule, in der alle Kinder und Jugendlichen so lernen können, wie es ihre individuelle Entwicklung erfordert und Lehrer, die sie je nach Bedürfnissen fördern und fordern!

 

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Presse im Netz:

Lehrerverband will zurück zum G9 – Merkur online

Ein überfälliger Schritt – Süddeutsche

Lehrer fordern flexiblere Wege zum Abitur – Süddeusche

 

 

 

 

 

 

 

Lehrermangel und Sparmaßnahmen

 

Bayern – Schulpolitik. Wenn ich mir die politische Landschaft in Bayern so ansehe, kommt mir das Bild einer Großfamilie, in der die Kinder quirlig, aufgeweckt und unbeschwert herumspringen und mit jeder Menge Lausbubenideen die Welt auf den Kopf stellen. Der Vater sieht lange zu, eine Mutter tritt nicht in Erscheinung – evtl. hat die Mutter die Familie verlassen. Wird es dem Vater zu bunt, haut er mit der Faust auf den Tisch, brüllt ein Machtwort über die Köpfe seiner wilden Kinder und die Welt ist wieder in Ordnung, dann alle wissen: Wenns donnert, ist es besser zu kuschen…

Jüngstes Beispiel: Lehrer-Roulette.

Aufreger Nr. 1: Lehramtsstudenten, die einen sehr guten Abschluss haben werden nicht in den Staatsdienst übernommen. – Dabei möchte ich jetzt mal außer Acht lassen, dass eine gute Note noch lange nichts über die Lehrer-Qualtität und die Lehrer-Persönlichkeit aussagt und dass es niemals eine Übernahmegarantie für angehende Lehrer geben kann.

Der Aufreger daran ist doch, dass bekannt ist, wie marode unser Bildungssystem ist (auch wenn bayerische Politiker und deren Anhänger, der Meinung sind, dass Bayern nicht nur wegen des hervorragenden 3-gliedrigen Systems ein Paradies ist) und dass trotzdem noch nicht das Bewusstsein da ist, dass für die „Sanierung“ ordentlich Geld und noch mehr Mut aufgebracht werden muss.

 

Aufreger Nr.2: Es sickert durch, dass das Kultusminiserium 800 Lehrerstellen streicht. – Und das kurz nach der Wahl… Wo sind die Wahlversprechen, in Bildung zu investieren? Oh ohhh…. Junge Lehrer stehen auf der Straße, noch dazu werden 800 Stellen gestrichen.

 

Aufreger Nr. 3: Zahlenjonglage im Kultusminiserium zur Frage, wieviele Lehrer jetzt zukünftig weniger unterrichten werden. Woher soll da auch jemand wissen, was so wirklich los ist? Schnell werden die Zahlen nach unten frisiert.

 

Aufreger Nr. 4: Der Ganztag soll auf Biegen und Brechen ausgebaut werden, Schulen platzen aus allen Nähten, aber wir brauchen weniger Lehrer, weil es ja weniger Schüler gibt.

 

Aufreger Nr. 5: Das Abakus-Prinzip des Kultusministers: Die Stellen, die bei Lehrern eingespart werden, werden an die Hochschulen geschoben, denn da gibt es ja plötzlich mehr Studenten (wo kommen die denn her? Wollte man nicht ständig mehr Kinder im Gymnasium, sollten die nicht alle MINT studieren, damit wir dem Fachkräftemangel entgegentreten?). Scheinbar ein kluger Schachzug unserers Großfamilienvaters zwei Ministerien zusammen zu legen…

Schiebereien waren außer beim Abakus noch nie wirklich erfolgreich…

 

Lehrerverbände, Teile der Öffentlichkeit, die Opposition (wenn auch aus Prinzip) kritisieren heftig. Dem Großfamilienvater wird es zu bunt, ihn stört neben dem innerfamiliären Frieden nun auch die Unruhe in der Nachbarschaft. Es ist so weit: Er muss mal wieder ein Machtwort aussprechen! Wummms. Donnerschlag auf den Tisch. Ruhe! Nix wird gestrichen. Um den Mob vor der Haustür zu beruhigen, bringt er seine Kinder in Schach und lässt alles beim Alten. Lehrer bleiben. Ausbau garantiert, indivduelle Förderung gesichert.

 

Und die Moral von der Geschicht‘: Alles muss man (Vatern) selber machen….

 

Ich finde es unglaublich, wie sehr wir Wähler doch ständig an der Nase herum geführt werden. Ich sehe nirgendwo eigenständiges Denken, sondern nur ein wildes, selbstgefälliges Machtgespiele. Regt sich Widerstand, wird scheinbar auch nicht wirklich der Denkapparat eingesetzt, sondern das Fähnchen gedreht.

Ist das Taktik, oder Unfähigkeit? Das Verständnis von Demokratie und Mitbestimmung?

 

Aus der Presse:

news4teachers

 

 

Pubertät

Erfahrungen aus längst vergessener Zeit

 

Pubertät ist die vielleicht größte Herausforderung zwischen Eltern und Kindern. Die Welt fährt Achterbahn und wird für alle Beteiligten unberechenbar. Und doch überleben wir sie und haben sie alle schon mal durchgemacht.

Die Schwelle zum erwachsen werden ist anstrengend und immens wichtig. Da passiert eine ganze Menge.

Begeben Sie sich an diesem Abend auf eine Zeitreise. Betrachten Sie eigene Erfahrungen aus der Erwachsenenperspektive und entwickeln Sie Ideen, wie sie die Pubertät ihrer Kinder auch – und mit ihnen überstehen können.

Warum Lehrer gar nicht so blöd sind
So gelingen Eltern-Lehrer-Gespräche!

Zwischen Eltern und Lehrern ist die Beziehung oft gestört. Missverständnisse, gegenseitige
Anschuldigungen, Zoff und Frust sind an der Tagesordnung. Dabei ist dies alles andere als
konstruktiv, denn beide Parteien wollen ja dasselbe: das Wohl des Kindes.
Dieses Webinar beschäftigt sich mit Grundlagen der Kommunikation und Konfliktklassikern zwischen
Eltern und Lehrern. Es zeigt, was ein neuer Blickwinkel zur Entspannung von Situationen bewirkt,
aber auch wie die Beteiligten eskalierende Situationen meistern können.
Heidemarie Brosche, dreifache Mutter, Lehrerin und Autorin des Buches „Warum Lehrer gar nicht
so blöd sind“ (Kösel Verlag), Alexandra Lux, Montessori-Pädagogin und Lerncoach, und Gabriela
Westebbe, Mutter zweier Kinder, laden Sie zu diesem spannenden interaktiven Webinar ein.
Erfahrungsberichte, Analysen von Praxisbeispielen und eine Übung ermöglichen Ihnen ganz neue
Eindrücke.

Alle TeilnehmerInnen können Fragen stellen, die Heidemarie Brosche und Alexandra Lux
im Rahmen der Gegebenheiten kompetent beantworten werden.

 

Ein Webinar ist ein Seminar, ein Vortrag im Internet. Ganz gemütlich – ohne Babysitter, Parkplatzsuche, Überlegung: was zieh ich an… – auf dem Sofa, im Lieblingssessel, am Schreibtisch vor dem eignen PC, Laptop oder Tablet.

Ganz einfach nach der Anmeldung dem Link folgen und eintreten…. Den virtuellen Trainingsraum bereitet das Team von Samanthanet für Sie vor. Per Chat können Sie sich mit den Moderatoren und anderen Teilnehmern unterhalten und während der Diskussion der Podiumsgäste Fragen stellen, auf die dann eingagangen wird.

Teilnahmegebühr 25,00 €

Zugang auf Anfrage

Mehr über die Elternschule online: http://elternschule-online.blogspot.de/p/blog-page.html

Kinder fordern, ohne zu überfordern

Alle Studien zeigen auf, dass Eltern neben der Schule großen Einfluss auf die Förderung ihrer Kinder haben und für schulischen Erfolg nehmen müssen. Die Grenze zwischen Förderung und Überforderung ist eine Gradwanderung.

Erkennen Sie an diesem Abend, wo die Möglichkeiten und Grenzen für ihre individuelle Familiensituation liegen, damit sie diesen Grad sicher beschreiten können.

Was kann Ihr Kind neben dem Schulalltag noch bewältigen und wo liegen seine Bedürfnisse nach Anregung, Förderung und Ruhe?

Kinderkurse, die mehr bieten als Betreuung

Erziehungsziel ist, Kinder so zu fördern, dass aus ihnen ausgeglichene und selbstbewusste Erwachsene werden. Erwachsene, die mit Leichtigkeit mit den Anforderungen von morgen umgehen und verantwortlich die Gesellschaft der Zukunft gestalten.

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nlpaed e.V. – ein starkes Netzwerk für verantwortungsvolle Pädagogen

Pressemeldung vom 19.04.2012 – Alexandra Lux

Im nlpaed e.V. treffen sich Menschen, die in ihrer pädagogischen Arbeit neurolinguistische Verfahren einsetzen. Das bedeutet, sie gestalten ihre lehr- und lernbegleitende Tätigkeit mit gehirngerechten Methoden, sie beziehen alle Sinneskanäle ein und ermöglichen den Lernenden vielfältige Zugänge zum Lehrstoff und eigenständige Wege im Lernen. Außerdem nutzen sie eine Art der Kommunikation, die von Respekt, Klarheit und auch Wertschätzung geprägt ist und beim Gegenüber Entwicklungsmöglichkeiten einräumt.

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Noten sind nicht einfach nur Ziffern, sie entscheiden über Glück oder Unglück!

Pressemeldung vom 28.03.2012 – Alexandra Lux

Noten Ziffern ZeugnisEin häufiger Anlass ein LernCoaching in Anspruch zu nehmen, sind schlechte Noten. Sie versetzen Eltern in Alarmbereitschaft und lassen Kinder an sich zweifeln. Wenn ich mich so umhöre, vernehme ich überall kritische Stimmen zum Thema Noten. Es wird einerseits über den Leistungsdruck gesprochen, das ständige Vergleichen untereinander und die einseitige Leistungsbewertung der Kinder. Andererseits behalten die Noten einen hohen Stellenwert, da sie über das Weiterkommen und die gesamte Zukunft des Kindes entscheiden.
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Wie bringt man eine Klasse zur Ruhe. Früher hörte man dem Lehrer zu und blieb auf dem Stuhl solange sitzen …

Stimmt, früher war das anders. Meine Beobachtung ist, dass früher andere Werte gelebt wurden und auch vom Elternhaus unterstützt wurde, dass in der Schule „Zucht und Ordnung“ herrscht. Heute jedoch sind Eltern oftmals besorgt um die psychische Gesundheit ihrer Kinder und außerdem wird darauf Wert gelegt, dass Kinder sich nicht einfach unterordnen (Gewaltprävention). Weiter will ich jetzt hier gar nicht darauf eingehen.nonverbales_klassenzimmermanagement_unterrichten_mit_logik_liebe

Wie bringt man sie zur Ruhe? Indem man Beziehung aufbaut, sie wirklich ernst nimmt und ihre Bedürfnisse sieht, damit sie erleben, dass sie gesehen werden, dann können auch sie sich einlassen und sehen. Nicht ganz ohne ist das, wenn man eine Klasse nur wenige Stunden in der Woche hat…. Für mich ist der Schlüssel für alles was sich zwischen Menschen abspielt die Beziehung.

Hier möchte ich Pearl Nitsche mit ihrem Klassenraummanagement empfehlen!

Intuition in der Pädagogik – ein Teil einer ganzen Reihe, die in Teilen auf youtube zu sehen ist. „Auf den Spuren der Intuition“
Sehr empfehlenswert!

Wie Lernen funktioniert wird in diesem kleinen Comic erzählt… und es wird so klar, wie sehr Schule gegen die Natur arbeitet…

Sehr sehenswert!