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Schüler

Schule macht Gesellschaft – welche Schulen brauchen wir?

 

Schulpolitische Diskussionen sind Dauerbrenner. Dabei scheinen die Fronten verhärtet und jeder versucht seine Ideen als die einzig Richtigen zu verteidigen. Aktuell geht es nicht nur in Bayern um eine neue Reform des Gymnasiums. Das überall überstürzte und aus finanziellen Gründen eingeführte ‚G8‘ gilt als gescheitert. Manche Bundesländer haben schon Konsequenzen gezogen. Bewegung bringen meist engagierte und besorgte Eltern in die Diskussionen und unterstützen Lehrer und anerkannte Forschungen um Kindern und Jugendlichen eine zeitgemäße Bildung und Schulzeit zu ermöglichen.

Auch die Initiative „Aktion gute Schule“ um Thomas Becker in München engagiert sich, Eltern zu gewinnen, sich für eine Bildungsreform zu engagieren. Auf der Seite des eingetragenen Vereins finden sich viele prominente Unterstützter mit ihren Statements zur aktuellen Bildungslage. Becker engagiert sich auf Grund eigener Erfahrungen. Der vierfache Vater war es leid, das Familienleben für die Schule zu opfern und seine Kinder nur noch lernend zu sehen, auf jeder Autofahrt irgendetwas zu büffeln und sogar im Urlaub die Schulbücher dabei zu haben. Der selbstständige Unternehmer ist es gewohnt, die Ärmel hochzukrempeln. Er hat Kontakt zu vielen Bildungspolitikern und Verantwortlichen, sowie Verbänden, die im selben Feld tätig sind. „Wir können nur gemeinsam etwas erreichen. Als Einzelner ist man verloren, wird nicht gehört. Und auch so hat man oft noch das Gefühl, dass nichts voran geht. Veränderung von Schule geht unheimlich langsam. Doch zum Glück sind auch immer mehr innovative Beispiele zu beobachten“ erklärt der Vorstand der ‚Aktion gute Schule‘.

Am Samstag, 06. September 2014 diskutiert Thomas Becker um 19:00 Uhr mit Fachleuten die Frage, welche Schulen unsere Gesellschaft braucht. Jonas Lanig von der ‚Aktion Humane Schule‘ moderiert den Abend.

 

Zu Gast sind:veranstaltung_stern

  • André Stern, Autor …und ich war nie in der Schule
  • Elfie Schloter, Leiterin Institut für Zusammenarbeit im Erziehungsbereich IFZE
  • Theresa Anne Panny, Funkenfliegerin und Schulsystemkritikerin die ihr Abitur verweigerte Artikel in der SZ
  • Simone Schild, stelv. Schulleiterin Anne Frank Realschule – Schulpreisträger 2014
  • Berthold Rüth, MdL, Mitglied Bildungspolitischer Ausschuss des bayerischen Landtags als Vertreter des Kultusministeriums

 

Karten sind im Vorverkauf für 5,00 Euro unter karten@guteschule.eu erhältlich, an der Abendkasse beträgt der Preis 6,00 Euro; Schüler und Studenten sind frei.

LiLaLu-Festzelt im Olympiapark Süd (Zugang über Ackermannstraße / Spiridon-Luis-Ring)

 

Mitveranstalter sind:

nlpaed eV., LiLaLu, Referat für Bildung und Sport München, Eine Schule für alle in Bayern e.V., Netzwerk Inklusion Bayern

 

Infos zu Veranstaltung: Aktion gute Schule – Vorhaben

Wie sieht sie aus, die gute Schule?

 

Das fragte Reinhard Kahl am 07.07.2014 in München in der Spielhalle.Die gute Schule

Zu Gast sind der Vorsitzende der Jury des deutschen Schulpreises Prof. Michael Schratz, Schulpreisträger Anne-Frank-Realschule München und die SchlaU-Schule München, die den Jury-Preis bekommen hat.

Der deutsche Schulpreis wird seit 2006 von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung an besondere Schulen in Deutschland vergeben. Der deutsche Schulpreis ist sozusagen das Gegengewicht zur Pisa-Studie. Pisa zeigt uns seit über 10 Jahren auf, was immer noch nicht funktioniert und wo die Probleme der Schulen liegen. Sie ist lernorientiert und vergleicht messbare Daten. Der deutsche Schulpreis betrachtet die WIE-Beschaffenheit von Schulen; davon werde die Jury regelmäßig überrascht, so Schratz. Dort werden Visionen gelebt, von denen man eigentlich nicht glaubt, dass sie in Deutschland umsetzbar wären.

 

Anne-Frank-Schule MünchenEva-Maria Espermüller-Jug, Schulleiterin der Anne-Frank-Schule in München, die diesjährigen Schulpreisgewinnerin erklärt, dass der Weg zum Schulpreis 2014 ein langer Prozess war. Die Setzung des Schwerpunktes auf Wissenschaft und Technik, sowie die Einführung des gebundenen, rhythmisierten Ganztag haben sich über Jahre entwickelt. Dabei haben sie sich viele gute Schulen und auch die sogenannten „Leuchtturmschulen“ angesehen und sich von diesen Schulen für ihre eigenen Konzepte inspirieren lassen. Denn ein Erfolgsmodell kann man nicht einfach 1 zu 1 übertragen, es muss an die eigenen Gegebenheiten angepasst werden. Wichtig dabei ist auch, dass das Kollegium als Team gemeinsam am Prozess beteiligt sein muss. Die LehrerInnen der Anne-Frank-Schule sehen sich auch nicht mehr als Lehrer, sondern als LernBegleiter, LernCoaches.

 

Die Schülerinnen dort lernen auch in Lernbüros. Diese Arbeit soll nun, weil sie vom Kollegium als so erfolgreich gesehen wird auf immer mehr Fächer ausgeweitet werden. Das selbstständige Lernen fördere die Schülerinnen mehr als Frontalunterricht. Dass dies bisher noch nicht in zeitlich größerem Umfang möglich war, läge auch daran, dass sie eine bayerische Schule wären, die sich an die Stundentafel halten müsse, merkte Espermüller-Jug an. Hausaufgaben z.B. gibt es an dieser Schule nicht, denn alles wird in der Schule trainiert. Die Schule ist für das verantwortlich, was die Schülerinnen lernen und können. Auch wurde der Lehrplan kritisch auf die Frage hin, was für das Leben der Schülerinnen wirklich wichtig ist, überprüft.

 

Auch Theater spielt an dieser Schule eine große Rolle: Als tusch-Schule kooperieren sie mit dem Gärtnerplatztheater. Die Schülerinnen gaben eine kurze Kostprobe ihres selbstgeschriebenen Stückes, das kurz vor der Premiere steht.

die gute Schule2014-07-07 19.48.51 (Kopie)

 

Schratz merkt an, dass Lehrer und Lehrverantwortliche eine Kompetenzlosigkeitskompetenz bräuchten, um sich überraschen zu lassen, was alles möglich ist und was SchülerInnen alles in sich tragen.

 

Die Münchner SchlaU-Schule bekam dieses Jahr den Sonderpreis der Jury. SchlaU-Schule München

Sie bezeichnet besonders die Bedürfnisorientierung aus, erzählt Schulleiterin Antonia Veramendi. Hier kämen viele junge Menschen aus aller Welt mit traumatischen Erlebnissen und vielen Hoffnungen, sowie großen Potenzialen zusammen. Immer wieder muss die Schule sich neu auf die Bedürfnisse einstellen und ausrichten. Hier ist es zunächst wichtig, dass die SchülerInnen sich wohl und sicher fühlten, um überhaupt lernen zu können. „Lernen ist die Aufgabe der SchülerInnen, das machen sie von alleine, wenn der Rahmen stimmt und den muss die Schule bieten.“ so Veramendi. Zu diesem Rahmen gehören eine sichere und entspannte, angstfreie und unterstützende Atmosphäre. In der SchlaU-Schule wird zuerst darauf geachtet, dass es den SchülerInnen gut geht.

 

In eines der vielen Projekte an der SchlaU-Schule, „Create your voice“ bekamen die Besucher einen Einblick: drei SchülerInnen trugen einen selbstgeschriebenen Text vor. Aufführung ist in den Kammerspielen am 16. und 17. Juli 2014.

2014-07-07 20.23.59 (Kopie)

 

 

 

 

 

 

 

Ein kurzweiliger Abend, der wieder einmal zeigt, was alles möglich ist, wenn Erwachsene etwas wollen und das dann umsetzen. Kahl: „Arbeiten am System heißt an den Fesseln des Systems zu rütteln.“ Das war die Essenz des Abends. Veränderung der Bildungslandschaft kommt nicht durch die Politik, sondern nur durch das Engagement der Lehrer, so Schratz. So entstehen Schulen, in denen Schüler so lernen, dass sie gleichzeitig Erfolg haben und ihre Persönlichkeit entwickelt wird!

Die gute Schule

 

Reinhard Kahl erwähnt noch eine Mc Kinsey-Studie, die aufzeigt, dass eine Investition in die frühkindliche und vorschulische Bildung und Betreuung eine betriebs- und volkswirtschaftliche Rendite von 12% zur Folge hat. Hier folgt die Frage, warum der Staat das Geld nicht so gewinnbringend investiert?

 

Michael Schratz stellt zum Schluss noch in den Raum, dass wir alle glaubten zu wissen, was wie vermittelt werden sollte…

 

Wie schade, dass der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle an einem solchen Abend nicht anwesend war. Immerhin haben zwei bayerische, Münchner Schulen den Schulpreis 2014 bekommen. Also eine Auszeichnung als BESTE deutsche Schule! – Warum wundert mich die Abwesenheit nicht?

„Radikale Schulkritik“

eines Schülers, der sich Gedanken macht um was es in der ganzen Schul(reform)-Diskussion überhaupt gehen sollte… 11 Beobachtungen über die er sich u.a. Gedanken macht und einfach mal in Frage stellt. – Mehr davon!

Zum Artikel – 06.06.2014

 

Irrtum für Irrtum werde ich hier unter die Lupe nehmen

Eine Gegendarstellung zu den angeblich ‚zehn populärsten Irrtümern der Pädagogik‘ die im Heft „Schule & Wir“ 1/2014 propagiert werden.

Als erfahrene Montessori-Pädagogin und LernCoach maße ich mir sowohl eine andere Sichtweise an, als auch weitergehendes Wissen, als das vom Autor hier sehr einseitig angelegte Darstellung, die wahrscheinlich auf der Kurzzusammenfassung der Hattie-Studie aufbaut.

Es beginnt schon mit dem Einleitungabschnitt. Hier werden zwar keine Namen genannt, doch jeder, der sich in der aktuellen kritischen Diskussion auskennt, weiß sofort, wer hier als Ammenmärchenerzähler abgestempelt wird!

Hier der Link zum Artikel

 

Zu Irrtum Nr. 1 – Lerntypen:
Dass nicht mit den Sinnen sondern mit dem Gehirn gelernt wird, möchte ich gar nicht widerlegen. Doch damit die Information im Gehirn verarbeitet und abgespeichert werden kann, muss sie nunmal den Weg dorthin über einen Sinneskanal schaffen. Über die Sinne nehmen wir die Informationen aus unserer Umwelt auf. Normalerweise stehen uns dazu fünf zur Verfügung. Es ist zu beobachten, dass Menschen diese Informationen durchaus unterschiedlich, also mit verschiedenen Sinnen aufnehmen. Dadurch liegt der Schluss nahe, dass der Mensch sich auf den ein oder anderen Sinn „spezialisiert“ hat. Werden Informationen über diesen Sinn aufgenommen, gelangen sie vollständiger ins Gehirn, als über einen anderen Sinn. Die Verarbeitung und Abspeicherung ist dann natürlich auch eine andere.
Nur, dass es noch keinen Nachweis zum verbesserten Lernergebnis gibt, heißt es noch lange nicht, dass die Berücksichtigung der Lerntypen unsinnig ist!

Zu Irrtum Nr. 2 – Gesamtschulen vs. differenziertes Schulwesen
Wer ist hier mit ‚einige Pädagogen‘ gemeint? Undifferenziert und verallgemeinernd werden hier Phrasen wiedergegeben. Schon wieder wird der fehlende Beweis für Erfolge ins Feld geführt und auch noch das so erfolgreiche bayerische Schulwesen auf den Thron gesetzt. Dabei liegt Bayern auf Platz 3! Führt nicht Bayern auch die Durchfall-Quote an? (4,6 % in 2011 lt. Bildungsmonitor 10/2013)
Ich stimme zu, dass die Qualität des Unterrichts für Lernerfolge ausschlaggebend ist, doch das heißt ja noch lange nicht, dass guter Unterricht nur im differnzierten Schulwesen zu finden ist! Es heißt, der Beweis müsse auf Kosten der Kinder geführt werden – wer denkt an die Kinder, die im Aussortier-Betrieb so gar nicht auf ihre Kosten kommen?

Zu Irrtum Nr. 3 – Frontalunterricht
Hier wird der Leser mit verschiedenen Fachbegriffen konfrontiert. ‚Frontalunterricht‘ – ‚Lehrervortrag‘ – ‚lehrerzentrierter Unterricht‘. Ich glaube nicht, dass die Unterschiede dem Zielpublikum „Eltern“ so geläufig ist. Wenn man genau liest, beschreibt dieser Irrtum sehr gut die „Osterhasenpädagogik“. Darunter versteht man Unterricht, in dem der Lehrer das Wissen schön versteckt und die Kinder müssen es suchen um ‚das gewünschte Lernziel‘ zu erreichen. Angeblich kommen ’schwächere Kinder‘ oder ’solche mit Konzentrationsschwierigkeiten‘ mit diesem ‚lehrerzentrierten Unterricht meist wesentlich besser zurecht‘. Doch was machen Kinder, wenn  die Konzentration den Fragen und Ausführungen des Lehrers zu folgen abreißt? Es könnte ja sein, dass ein Aspekt aus dem Lehrervortrag so interessant erscheint darüber weiter nachzudenken oder die Frage will tiefer behandelt werden, als der Lehrer vorher genau geplant hat, oder eine kleine Störung die Aufmerksamkeit fesselt, weil die Frage oder die Inhalte langweilig erscheinen, gar evtl. schon bekannt sind? – Dann ist es schier unmöglich dem Unterricht weiter zu folgen, weil dieser schon weiter fortgeschritten ist. Welche Auswirkung dies in den Noten und Be-Urteilungen hat, brauche ich hier nicht aufzuführen!

Zu Irrtum Nr.4 – Erfahrung von Lehrern
Hier muss ich tatsächlich zum Teil recht geben, dass erfahrene Pädagogen nicht unbedingt die Besten sind! Doch wie bitte schön können persönliche Erfahrungen ‚objektiv begründbar und empirisch belegbar‘ sein?

Zu Irrtum Nr. 5 – Noten
Der Klassiker! Würden Noten abgeschafft, könnte das Auslesesystem nicht mehr so einfach greifen! Es ist tatsächlich unglaublich, wie phrasenflach die Irrtümer daherkommen.
Lehrer erleben ihre Schüler nur in ‚ganz bestimmten Situationen‘ und können daher keine Aussage über ihre Persönlichkeit machen? Ab wann verfügt ein Mensch über ’stabile Persönlichkeitsmerkmale‘? Das hier gegebene Beispiel für ‚Persönlichkeitsgutachten‘ ist ausgesprochen schlecht und hat in einer Rückmeldung zum Lernverhalten überhaupt nichts zu suchen! Hier ist reine Interpretation im Spiel! Abgesehen davon fordert NIEMAND ein ‚Persönlichkeitsgutachten‘! Kinder und Jugendliche wollten sich außerdem über Noten vergleichen. – Über gute Noten, ja! Bekommen Schüler aussagekräftige Rückmeldungen zu ihrem Entwicklungs- und Leistungsstand brauchen sie sich nicht vergleichen. Ein Vergleich zwischen zwei Menschen ist immer demütigend! Vergleichen kann man nur seinen eigenen Fortschritt zu verschiedenen Zeitpunkten! Ziffernnoten sind weder abstrakt, auch dazu gibt es genügend Untersuchungen und sie geben auch keine Aussage zum Wissenstand, sondern zur Wissensabgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt. Aus Ziffernnoten kann man wunderbar einen „Durchschnitt“ errechnen. Doch eine schlechte Note kann übermorgen schon Geschichte sein, wenn inzwischen das Wissen verarbeitet und abgespeichert werden konnte, weil die dafür notwendige Zeit, oder der passende Zugang (s. Lerntyp) zur Verfügung stand. Also ist die schlechte Note nicht mehr gerechtfertigt, doch im Duchschnitt zieht sie sich ständig mit!

Zu Irrtum Nr. 6 – Regeln
Hier wird wieder einmal dargestellt, dass ‚moderne Pädagogik‘ angeblich ohne Regeln und Disziplin arbeiten würde und die Kinder ‚das tun und lernen dürften, was sie wollen‘. Stimmt, schließlich ist das Leben ja kein Ponyhof – wo kämen wir denn hin, wenn jeder einfach machen könnte, was er wollte! Es wird unterstellt, dass mit Freiheiten kein ’störungsfreier Unterricht‘ möglich ist und dass Kinder niemals alles lernen würden, was sie für ein selbstbestimmtes Leben bräuchten. Der Autor hat wahrscheinlich noch nie eine andere Schulform gesehen oder erlebt, als das differnziert Auslesende.
Am Fließband in Akkordarbeit ist es tatsächlich wichtig, dass alles wie am Schnürchen funktioniert und keiner daneben tritt, nur weil er gerade etwas anderes möchte, oder einen Handbewegung nicht mehr ausführen möchte. Doch mir scheint, der Arbeiter aus dem Zeitalter der Industrialisierung wurde durch Roboter am Band abgelöst und der Mensch wird eher zu kreativen, eigeneständigen und freien Entscheidungen und Arbeitshandlungen gebraucht.

Zu Irrtum Nr. 7 – Lernen und Spaß
Was ist Spaß? – Spaßgesellschaft? Verstehen Sie Spaß? Wenn man Spaß hat, lacht man sich schlapp oder amüsiert sich völlig leistungsfrei? Laut wikipedia wird „Spaß“ auch als Synonym zu Witz oder Scherz benutzt. Ich glaube eher, es geht darum, dass Lernen FREUDE bereitet.
Aber wie schön, in diesem Irrtum werden mal wieder die Horror-Methoden der Bildungsministerien „NLP“ und „Kinesiologie“ angeprangert. Stimmt, das ist höchst gefährlich, denn die Anwendung dieser Techniken kann tatsächlich sehr erfolgreich sein! – Das widerum steht dem Ausleseprozess entgegen! Was, im gängigen Bildungssystem ist „wisenschaftlich fundiert“?
Sehr schön ist auch die Aussage, dass ‚Menschen, Kinder unterschiedlich sind‘! Was ist dann bitte der Grund, dass sie alle im gleichen Unterricht sitzen und nicht unterschiedliche Zugänge zum Wissen nutzen dürfen?
Und ganz zum Schluß noch der schöne deutsche Glaubenssatz: ‚Ohne Fleiß kein Preis!‘ – Was machen Menschen, denen lernen tatsächlich ganz leicht fällt? Glück gehabt?

Zu Irrtum Nr. 8 – Computer
Wer spricht davon, Lehrer durch Computer zu ersetzen und Kinder damit komplett allein zu lassen? Lieber Autor dieses Irrtums, bitte nachsitzen und mal am Computer ordentlich und umfassend recherchieren! Computer gehören zur heutigen Lebenswelt der Schüler und sollten – ganz richtig – als ‚Methode‘ einsetzen. Dazu ist es aber erforderlich, dass Lehrer sich mit der Technik auskennen und Schulen auch mit moderner Technik ausgestattet sind!

Zu Irrtum Nr. 9 – Loben
Um zu zehn Irrtümern zu kommen, muss nun wohl alles an den Haaren herbei gezogen werden! Kein vernünftiger Pädagoge würde auch nur ansatzweise davon sprechen, pauschales Lob für jeden Bleistiftstrich zu verteilen! Schön wäre es, wenn Kinder ehrliche Rückmeldungen statt Noten bekämen, denn es stimmt, dass sie selbst erkennen, ‚ob eine Leistung wirklich gut war‘, aber das wurde ja im Irrtum Nr. 5 widerlegt.

Zu Irrtum Nr. 10 – Sitzenbleiben
Wieviele Schüler schließen tatsächlich ihre Lücken im Wiederholungsjahr? Und aus welchem Grund sollen sie wegen Lücken in einem oder zwei Fächern alle anderen Fächer auch wiederholen? – Wäre dann nicht eine gezielte Förderung in den lückenhaften Fächern weitaus sinnvoller?
Zur Untermauerung dieses Irrtums wird eine Forsa-Umfrage zitiert… wo bleibt hier der wissenschaftliche Anspruch?

Jeder Leser, der sich nur am Rande mit unserem Bildungssystem befasst kann sich über die in ‚Schule & Wir‘ aufgeführten Irrtümer nur aufregen, bestenfalls lauthals darüber lachen.

Konstruktiver fände ich, genau diese Punkte im Schulsystem genau unter die Lupe zu nehmen und umfassende Verbesserungen anzustreben.

 

 

Eine engagierte Lehrerin ließ mich Folgendes wissen (unabhängig von meinem Statement):

Ich bin heute in meiner 9. Klasse auf das Heft gestoßen, das bei mir auf dem Pult lag – und habe sofort meinen kompletten Unterricht umgeschmissen! Im Rahmen der antithetischen Erörterung sollten meine Schüler zu ausgewählten „Irrtümern“ Stellung beziehen – mit ganz interessanten Ergebnissen!

 

Zu 3 –  Frontalunterricht: Die Schüler finden Frontalunterricht (nicht gleichbedeutend mit endlosen Lehrer-Monologen, sondern eher im Sinne von erarbeitenden Unterrichtsgesprächen) gut und wichtig, wünschen sich aber zusätzlich selbsttätiges Arbeiten, gerne auch „mit allen Sinnen“, weil sie laut ihren Aussagen Wissen so besser und länger behalten.

 

Zu 4 –  Erfahrung von Lehrern: Sie bemängelten, dass viele erfahrene Lehrer sich nicht mehr fortbilden und die Unterrichtsmethoden von uns Junglehrern als „pädagogischen Schnickschnack“ bezeichnen. Gerade diesen pädagogischen Schnickschnack schätzen die Schüler aber (in einer wohldosierten Weise) – jemand, der bloß noch die Zeit bis zu seiner Rente absitzt und sich nicht weiterbildet, kann weder motivieren noch Wissen vermitteln (= O-Ton Schüler!)

 

Und jetzt interessant für die Lerncoaches:

Zu Nr. 7 –  Lernen und Spaß: Die Schüler waren sich absolut einig, dass Lernen nicht immer nur Spaß machen kann, was sich allein aus unterschiedlichen Interessen ergibt. Spannend war folgender Beitrag einer Schülerin: Man könnte Spaß am Lernen vermittelt, wenn man das LERNEN vermittelt! Denn, so die Schülerin, wenn man nicht weiß, wie man etwas anpacken soll und sich deshalb nicht zum Lernen motivieren kann, kann man auch keinen Spaß am Lernen ENTDECKEN! Und jetzt kam der bahnbrechende Vorschlag: Eine Schule sollte Seminare – entweder regelmäßig oder als Blockseminar einmal pro Schuljahr – einrichten, die den Schülern das Lernen lernen – und das nicht nur im Rahmen einer zweistündigen Unterrichtssequenz in der 5. Klasse! Ihre Klassenkameraden stimmten ihr zu! Ich hab die Schüler auch darauf hingewiesen, dass es Lerncoaches gibt, die so etwas professionell vermitteln – fanden sie gut! (kleiner Seelenstreichler an euch Lerncoaches).

 

Mein Fazit des Tages: Bevor schwachsinnige Zeitschriften mit angeblichen empirischen Daten herausgegeben werden, sollte man vielleicht mal die fragen, die sich in der Situation befinden: DIE SCHÜLER! Und wie man sieht, sind Schüler durchaus in der Lage, Aussagen kritisch zu reflektieren! Mich hat diese Unterrichtsstunde heute zehnmal weitergebracht als so manches hochgelobte, mit empirischen Daten vollgestopfte Didaktik-Werk!

 

Noten sind nicht einfach nur Ziffern, sie entscheiden über Glück oder Unglück!

Pressemeldung vom 28.03.2012 – Alexandra Lux

Noten Ziffern ZeugnisEin häufiger Anlass ein LernCoaching in Anspruch zu nehmen, sind schlechte Noten. Sie versetzen Eltern in Alarmbereitschaft und lassen Kinder an sich zweifeln. Wenn ich mich so umhöre, vernehme ich überall kritische Stimmen zum Thema Noten. Es wird einerseits über den Leistungsdruck gesprochen, das ständige Vergleichen untereinander und die einseitige Leistungsbewertung der Kinder. Andererseits behalten die Noten einen hohen Stellenwert, da sie über das Weiterkommen und die gesamte Zukunft des Kindes entscheiden.
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Einfach(er) Lernen – Lernabenteuer der anderen Art

Lernen geht mal leichter, fällt mal schwerer, oder? Bei unseren Lernabenteuern gibt’s viel zu entdecken:
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„Warum Schüler unsinnig büffeln müssen“ – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung

erschienen in faszination Mensch – worldpress am 12.06.2011

Aufwärmtraining für das kommende Schuljahr

– ohne die üblichen Schulfächer!

Schule wär’ so schön, wenn  der Unterricht nicht wäre…

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„Gestaltung von hochwertigem Unterricht: Auf den Lehrer kommt es an“

– Resoultion des Bundeselternrates

Strukturen hin oder her – noch immer gestaltet der Lehrer mit seinem Wissen, seinen Interessen und seiner inneren Haltung zu seinem Beruf und den Schülern den Unterricht! Daher hat der Bundeselternrat Forderungen aufgestellt.

zum Artikel – www.bundeselternrat.de Herbstplenartagung 2011

Wertschätzung

Ein Grundbedürfnis des Menschen ist die Anerkennung durch andere. Als LernCoach erfahre ich immer wieder, dass Schüler, denen es nicht an intellektuellem Potenzial fehlt, unmotiviert sind und schlechte Leistungen erbringen, wenn die Beziehung zum Lehrer nicht funktioniert. Diese Schüler fühlen sich nicht als Individuum wahrgenommen, sie erleben sich mit ihren Mitschülern als graue Masse der Klasse, der der Lehrer gegenübersteht und mehr oder weniger konsequent seine Unterrichtsziele abspult.

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Vorstellung von LernCoaching – LernBeratung München

Pressemeldung vom 25.11.2011 – Alexandra Lux

Nicht nur Manager und Sportler profitieren von Coaching
Was ist eigentlich LernCoching? Nachhilfe kennt im Schulbereich jeder, kaum ein Schüler durchläuft seine Schullaufbahn ohne Nachhilfe. LernCoaching dagegen ist noch ziemlich unbekannt, es grenzt sich ganz klar von Nachhilfe ab.

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„Preisgekrönte Schule – Geheimnis Haltung“

– Bericht über die Lichtenbergschule in Göttingen

Eine Schule, die bereits seit 20 Jahren erfolgreich mit jahrgangs- und leistungsgemischten Gruppen in festen Tischgruppen arbeitet. An der Lehrer ihren Schülern uneingeschränkte Wertschätzung zeigen und sich Schüler, Lehrer und Eltern regelmäßig mehrmals im Jahr treffen.

Diese Schule hat den Schulpreis wirklich verdient!

zum Artikel – vom 17.03.2012

„Lernen unter dem Diktat der Note“

– Machen Noten wirklich Sinn?

Noten gelten im allgemeinen Schulgedanken noch immer als objektiv aussagekräftig, Schüler zu beurteilen. Es soll damit das Wissen gemessen werden um sie miteinander zu vergleichen und zu sortieren. Doch sagen Noten wirklich etwas über die Leistungen und Kenntnisse der Schüler etwas aus? Dieser Artikel setzt sich kritisch mit dem Thema „Notengebung“ auseinander.

zum Artikel – vom 28.02.2011

Entdecker-Akademie

Sie lädt zum vielseitig-sinnlichen Entdecken verschiedener Themen ein.

Theorie und praktisches Arbeiten ergänzen sich und vertiefen das Thema.

Diese Themen stehen aktuell zur Verfügung:

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Lernwerkstatt – erfolgreich und mit Spaß lernen

Eigenverantwortlich die Gegenwart und Zukunft gestalten

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Ich – Du – Wir

Ich bin ok, du bist ok, zusammen macht es Spaß Weiterlesen