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Wertschätzung

Ein Grundbedürfnis des Menschen ist die Anerkennung durch andere. Als LernCoach erfahre ich immer wieder, dass Schüler, denen es nicht an intellektuellem Potenzial fehlt, unmotiviert sind und schlechte Leistungen erbringen, wenn die Beziehung zum Lehrer nicht funktioniert. Diese Schüler fühlen sich nicht als Individuum wahrgenommen, sie erleben sich mit ihren Mitschülern als graue Masse der Klasse, der der Lehrer gegenübersteht und mehr oder weniger konsequent seine Unterrichtsziele abspult.

Jeder von uns wird auf die Frage, ob er sein Gegenüber wertschätzt normalerweise mit „ja“ antworten. Doch Wertschätzung ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Wie so oft kommt es dabei auf meine eigenen Erfahrungen damit an. Kinder, die nie echte, zweckfreie und bedingungslose Wertschätzung erfahren haben, werden diese auch anderen gegenüber nicht zeigen können.

Wie ich selbst anderen gegenüber meine Wertschätzung ausdrücke, ist ebenso meine individuelle Sache, doch ist es hilfreich, sich selbst dazu einmal ein paar Fragen zu stellen und sich selbst zu beobachten. – Dazu nachher mehr…

Was passiert also mit den oben genannten Schülern? Wir benutzen so gerne den Begriff des „Individuums“ – sind wir uns bewusst, was wir damit meinen? Jeder Mensch ist einzigartig, einmalig, individuell. Individualität ist ein sehr hoher Wert in unserer Gesellschaft und wir Erwachsene legen großen Wert darauf unsere Individualität zu zeigen. Wo wir einkaufen gehen, welches Auto wir fahren, welche Weltanschauung wir haben, oder wie wir uns kleiden. Das alles drückt unsere Einzigartigkeit aus, damit heben wir uns von den anderen ab. Natürlich wollen wir auch zu bestimmten Gruppen dazu gehören, der Mensch ist ein Herdentier. Doch auch innerhalb dieser Gruppe möchten wir als einzelne Person wahrgenommen werden. Und genau so geht es den Schülern best place to buy generic viagra online.

Also muss ich mir als Pädagoge klar sein, dass diese Klasse aus vielen Einzelpersonen mit ihren eigenen Erfahrungen, Ansichten und Lebenseinstellungen besteht. Die graue Masse löst sich auf in eine bunte Vielfalt. Sehe ich diese Vielfalt als Bereicherung, eröffne ich als Pädagoge gewaltige Potenziale. Dürfen sich diese Potenziale entfalten, schaffen wir eine Atmosphäre der Wertschätzung und der Leistungsbereitschaft. Jedes Individuum wird seinen Beitrag der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, so dass etwas Neues entstehen kann. Wird jeder Beitrag als Wert-voll anerkannt, bedeutet dies gleichzeitig die Wert-Schätzung dessen, der diesen Beitrag geleistet hat.

Diese Vorgehensweise erfordert eine andere Art des schulischen Arbeitens, doch die Voraussetzung dazu ist die Überprüfung der eigenen inneren Haltung den Schülern, der Schule gegenüber und hier speziell zum Thema „Wertschätzung“.

Ich möchte hier nicht weiter in Ausführungen verweilen, sondern anregen, sich mit diesem Thema bewusst auseinander zu setzen. Für mich gibt es keine Patentrezepte und Anleitungen für jede Lebenslage, sondern nur individuelle, zur Person passende Wege. Folgende Fragen und Aufgaben sollen Ihnen behilflich sein, Ihren Weg mit diesem Thema zu finden.

  • Wem gegenüber fühle ich mich als Lehrer / Pädagoge verantwortlich? – Meinem Arbeitgeber (Staat als loyaler Staatsdiener, oder Schule / Institution als Angestellter), der Gesellschaft, den Eltern, den Kollegen, den Schülern?
    • machen Sie sich hier für jede Gruppe Gedanken und notieren Sie sich alle Gründe, so können Sie nachher sortieren und evtl. bewusst umstrukturieren
  • Was verstehe ich unter ‚Wertschätzung’?
  • Welche Erfahrungen habe ich mit ‚Wertschätzung’ gemacht, fühle ich mich Wert-geschätzt? Von wem? Als Kind, Erwachsener, Freund, Partner, Gesellschaftsmitglied, Arbeitnehmer, Elternteil…
  • Wie zeige ich Menschen, die mir wichtig sind (sein sollten) Wertschätzung?
  • Welche innere Haltung habe ich meinen Schülern, deren Eltern, meinen Kollegen, Vorgesetzten gegenüber?
  • Was schätze ich an mir selbst wert?
  • Finden Sie zu jedem Ihrer Schüler ca. 10 Eigenschaften, wovon die Positiven überwiegen…
  • hierbei ist es hilfreich manche Eigenschaften aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Welche Fähigkeit steckt hinter einem zunächst nicht so positiven Verhalten (Beispiel des typischen „Klassenclowns“: Fähigkeit andere aufzuheitern, Spaß in die Runde zu bringen, andere aus der Lethargie zu holen)
  • Notieren Sie sich alle „Ja-Abers“, die beim Lesen des Textes und Bearbeiten der Fragen und Aufgaben aufgetaucht sind.
  • wenn Sie möchten, ergründen Sie, was sich hinter diesen „Ja-Abers“ verbergen könnte…

© Alexandra Lux – August 2011