15. Januar 2019

von Alexandra Lux

Montessori fürs Leben

Für den Besuch in einem Montessori-Kindergarten lassen sich viele Eltern aus den verschiedensten Gründen begeistern. Es gibt auch viele bilinguale Montessori-Einrichtungen. Die Entscheidung das Kind dort hinzugeben ist noch einmal spezieller. Englisch-sprachige Familien möchten ihrem Kind das vertraute Sprachumfeld lassen, bilinguale Familien erweitern den Sprachraum und deutsch-sprachige Familien setzen auf frühe Bildung und evtl. bessere Chancen für später.

„Die Erziehung muss wie eine Flamme sein, die das Kind wärmt und es zum Lernen einlädt.“

Maria Montessori

Ich bin ja selbst begeisterte und völlig überzeugte Montessori-Pädagogin, habe lange im Vorschulbereich, dann in der Grundschule gearbeitet und auch eine Montessori-Schule gegründet. Ich habe über Jahre erlebt, wie die Kinder von dieser Art des Lernens und der Unterstützung der individuellen Entwicklung profitieren.

Montessori-Kinder in der Regelschule

Von vielen Lehrern bekam ich immer wieder die Rückmeldung, wie sehr man den Kindern anmerkt, dass sie aus einer Montessori-Einrichtung kommen. Sie wären selbstbewusster, selbstständiger und eigeninitiativ. Sie können sich motivieren, konzentrieren, sind interessiert und teamfähig. Die Fähigkeit der sozialen Interaktionen ist bei Montessori-Kindern sofort augenfällig. Sie kennen Empathie und Wertschätzung für den Anderen, sie sind es gewöhnt, dass jeder anders sein darf, für sie ist Hilfsbereitschaft selbstverständlich.

Als LernCoach sehe ich immer wieder, wie Kinder und Jugendliche später darunter leiden, wenn Konkurrenzkampf statt Teamwork, Druck und Vorgaben statt freier Entscheidung, Gleichschritt statt individueller Lerntempi und Lehrplanvorgaben statt echtem Interesse den Alltag regieren. Unser Schulsystem, so wie es derzeit ist, engt alle Beteiligten ein und verhindert geradezu nachhaltiges Lernen. Auch wird auf individuelle Lernarten keine Rücksicht genommen.

„Das Kind begreift durch eigene Aktivität, indem es die Kultur aus seiner Umgebung und nicht vom Lehrer übernimmt.“

Maria Montessori

Schüler, die mit einer "Montessori-Basis" in die Schule gehen, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, auch in eine Montessori-Schule besuchen zu können, bringen viel bessere Voraussetzungen mit, in diesem System bestehen zu können.

Ihre Persönlichkeit ist gestärkt, sie wissen, wie sie lernen und dass echtes Interesse den Lernerfolg erhöht. Sie durften die Erfahrung machen, dass sie lernen dürfen, wenn sie etwas interessiert und dass ihre Interessen nicht von den Erwachsenen manipuliert wurden.

Sie haben gelernt, dass Angebote von außen durchaus interessant sein können und dass es sich lohnt, sie auch anzunehmen.

Warum mir die Pädagogik so sehr zusagt

Die Montessori-Pädagogik ermöglicht Lernerfahrungen fürs Leben und berücksichtigt dabei die individuelle kindliche Entwicklung. Maria Montessori verlangt, dass der Pädagoge den "inneren Bauplan" des Kindes respektiert und eine Umgebung vorbereitet in der er sich entfalten kann.

„Es (das Kind) trägt unauslöschlich in sich die Schönheit und Würde des schöpferischen Geistes; deshalb erfordert seine reine und überaus empfindsame Seele unsere feinste Sorge.“

Maria Montessori

Dadurch erhalten die Kinder Förderung und können sich gemäß ihrer sensiblen Phasen für bestimmte Themen in diese vertiefen. DAS ist nachhaltiges Lernen.

Dieses Lernen fördert in jedem Alter die Eigenaktivität und die Anstrengungsbereitschaft, die später in Schule und Arbeitsleben so sehr gefordert ist.

Montessori-Pädagogik bereitet auf die Anforderungen des Alltags vor. Der Grundsatz "Hilf mir, es selbst zu tun" lässt dem Kind die nötige Hilfestellung zukommen, die es braucht, um selbst Lösungen zu finden und selbst tätig zu werden, ohne dass es alles ständig vorgegeben bekommt. Diese Unterstützung lässt die Lernerfahrungen zu, dass Lösungen eigenständig gefunden werden können, dass eigenes Tun etwas bewirkt und dass das Kind selbst handlungsfähig ist.

„Wer bedient wird, statt dass man ihm hilft, nimmt in gewissem Sinne an seiner Unabhängigkeit Schaden.“

Maria Montessori

Montessori ist doch nichts Neues!

Kindern die Selbstständigkeit zu ermöglichen heißt, ihnen die Freude am Lernen und ihrem Tun erhalten. Sie reifen in ihrer Persönlichkeit und werden zu selbstbewussten Erwachsenen und mündigen Bürgern, wie Maria Montessori es ausdrückte.

Unsere aktuelle Bildungsdebatte zeigt, dass Bildung, wie sie gerade stattfindet alles andere als zeitgemäß ist. Lern- und Hirnforschung belegen die Beobachtungen und Prinzipien Maria Montessoris von vor rund 100 Jahren!

Lernen wie sie es in ihrer Pädagogik beschreibt, wird heute gefordert, doch die Verantwortlichen setzen es nicht um.

Die Grundlagen für erfolgreiches Lernen werden in der frühen Kindheit, also eigentlich VOR dem Eintritt in die Schule gebildet. Eine Zeit in einem Montessori-Kindergarten bildet die Basis für positive Lernerfahrungen. In meiner Tätigkeit als LernCoach mit Schülern und in Schulen erlebe ich immer wieder, wie wichtig individuelles Lernen ist. Die Montessori-Pädagogik geht mit ihrer Wahlmöglichkeit und den bereitgestellten Materialien auf die verschiedenen Lerntypen und -Tempi ein und ermöglicht so ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen.

„Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war.“

John Locke

Mit der Zeit in einer Montessori-Einrichtung schenken Sie Ihrem Kind wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten. Nicht umsonst waren viele prominente und kreative Menschen und Querdenker Montessori-Schüler!

Für mehr Wissenswertes und Informationen zur Montessori-Pädagogik sorge ich in den nächsten Gedanken, sowie in meinem NEUEN BUCH, das im März im my-show-Verlag erscheinen wird!

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