27. April 2020

von Alexandra Lux

Was kann unser Schulsystem aus dem Lockdown lernen?

Eine Hoffnung…

Es geht weiter und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Abschluss-Schüler dürfen ab 27.04. wieder in die Schule und die ersten Prüfungen stehen bevor. Mit vielen Vorkehrungen zur Sicherheit … Abstand … Masken ….

Nun wird sich zeigen, wie das Lernen zu Hause während vier Wochen mit zwei Wochen Osterferien-Pause genutzt werden konnte. Soweit ich hörte, waren die Unterstützungsmöglichkeiten der einzelnen Schulen und Lehrer sehr unterschiedlich.

Sicher haben manche Schüler und ihre Familien die Zeit zu Hause genossen und genutzt. Andere konnten sich vielleicht nicht so wirklich auf das Lernen konzentrieren und haben weniger Unterstützung in ihrer Familie gefunden.

Wie und ob es für die anderen Schulkinder ab dem 11. Mai weiter geht, ist noch nicht sicher. Das Kultusministerium hält sich derzeit noch bedeckt. – Viele Schulen sehen sich ob der Hygienemaßnahmen völlig überfordert.

Homeschooling ist gar nicht so schlimm…

Wer hätte noch vor 8 Wochen gedacht, dass es in Deutschland möglich sein könnte Homeschooling durchzuführen? Auch wenn nicht alles perfekt läuft. Dafür, dass es quasi übers Wochenende, ohne Vorlauf und Vorbereitung umgesetzt werden musste, ist es doch ganz gut gelaufen. Natürlich ist das nicht für alle einfach und sinnvoll. Doch das Argument, dass da niemand was lernt, gilt ab sofort nicht mehr!

Auf meinem LernBlog Hundert Welten habe ich letzte Woche einen Artikel geschrieben, wie jede Familie ihr „Lernen zu Hause“ selbst optimieren kann.

Ich würden mir wünschen, dass für Familien, die sich für eine solche Lernform entscheiden nun endlich die Hürden auch in Deutschland genommen werden.

Ist Beides möglich?

Wie wäre es, wenn es eine Mischung von Präsenz-Lernen in der Schule und Lern-Zeiten zu Hause geben kann? Vor allem für ältere Schüler könnte ich mir dieses Modell sehr gut vorstellen. Individuelles Lernen zu Hause, selbstorganisiert und frei. Forschend, wiederholend, eigenverantwortlich. In der Schule kann darüber kommuniziert werden, nachgefragt werden. Lehrer fungieren als LernCoaches und vereinbaren mit den Schülern die nächsten Ziele. Also eine Möglichkeit, Schule UND Zuhause als Lernorte und Lernräume zu erleben?

Der Sinn von digitalen Plattformen…

Viele LehrerInnen haben nun leidvoll erfahren, dass auch für sie digitales Lernen auf diversen Plattformen mit diversen Tools zu ihrem Lehrerdasein gehört. Viele PädagogInnen dachten, sie würden mit den modernen Medien nichts zu tun haben. Alle, die sich auch vorher schon damit beschäftigten, hatten jetzt ein leichtes Spiel und konnten ihre SchülerInnen mit Leichtigkeit und Abwechslung begleiten. – Scheinbar muss immer erst ein „worst case“ eintreten, bis der Mensch Notwendigkeiten erkennt.

Sicher kann mehr Geld investiert werden, mehr noch muss – nach meiner Wahrnehmung – in Bereitschaft und Interesse investiert werden.

Digitale Konzepte sollten in allen Schulen in den Schubladen gelegen haben; nun zeigte sich, wie sinnvoll und durchdacht, sowie umsetzbar sie waren. – Es gibt wohl Luft nach oben.

Kindertagesbetreuung ist wertvoll

Die vergangenen Wochen zeigten wohl allen, wie wertvoll die regelmäßige Betreuung von Kindern für Familien ist. Wie herausfordernd der Alltag ist und welch hoher Anspruch an die PädagogInnen in den Einrichtungen täglich gestellt wird.

Sicher ist es nicht einfach, sich den Kindern zur Beschäftigung oder dem Lernen zu widmen und gleichzeitig der eigenen Arbeit im Homeoffice nachzukommen. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die Betreuungseinrichtungen mit der qualitativ hochwertigen Arbeit der PädagogInnen nicht wegzudenken. Alle Tätigkeiten im sozialen Bereich sind niedrig bezahlt. Diese Tatsache ist allen klar und doch ändert sich nichts. Es wäre JETZT einmal wieder die Zeit, dies zu ändern.

Da ich selbst Erzieherin bin und lange genug in diesem Bereich gearbeitet habe, weiß ich wovon ich spreche, wie viel Verantwortung in diesem Bereich getragen wird. Und wievielen Belastungen die KollegInnen ausgesetzt sind. Diese Arbeit kann - wie die vieler anderer auch - nicht mit Geld alleine aufgewogen werden. Doch eine finanzielle Sicherheit entspannt das Leben und eine Wertschätzung durch Politik und Gesellschaft tut einfach gut.

Wir alle können lernen, wenn wir bereit sind

Bei aller Uneinigkeit über die Maßnahmen und Sichtweisen in dieser Pandemie-Zeit können wir uns in einem Punkt einig sein. Es sind Zeiten, in denen wir viel lernen können und unsere Haltung und Handlungen für die Zukunft überdenken müssen.

Wer sich einbringen möchte, kann sich in vielen Initiativen engagieren. Hier drei Möglichkeiten, in die ich selbst involviert bin:

Man kann sich mit Ideen und Engagement einbringen, oder die Arbeit der Aktiven mit finanziellen Mitteln unterstützen. Auch wenn alle ehrenamtlich arbeiten, gibt es doch Kosten, die getragen werden müssen.

Meine Hoffnung ist, dass wir daraus lernen und die Weichen SOFORT stellen.

Wo ist der Fokus?

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